Der Mittwoch und somit zweite Renntag begann deutlich früher als geplant, da es noch einige Läufe des Vortages auszufahren galt. Unbeirrt spulten wir unsere Rennvorbereitung ab. Ausgedehnte Erwärmung und dann voller Energie und Elan in unser Halbfinale. Das Wasser war, wie zu erwarten war, flach. Auf dem Weg zum Start verspürten wir immer wieder Grundkontakt mit den Paddeln. Das Motto lautete daher: "Flachwasser für alle...man wühlt sich da schon irgendwie durch."
Erklärtes Ziel: Finale!


Mit großem Willen und vollster Konzentration zündete die Bombe am Start. Wir kamen sehr gut aus den Blöcken und konnten uns direkt an die Spitze des Feldes setzen. Allerdings muss der Rennverlauf als "ungewöhnlich" eingestuft werden. Permanent bremste der Kahn ab, stoppte fast, während die anderen Boote an uns vorbei flogen. Kurz darauf ereilte diese wiederum ein ähnliches Schicksal und die Platzierungen mischten sich erneut gut durch. Was die Zuschauer daheim schon deutlich erkennen konnten, wurde der Besatzung ebenso klar. Tiefenunregelmäßigkeiten, sprich Sandbänke, innerhalb der Bahnen. Trotz aller Widrigkeiten erreichten wir Rang 3 in diesem Lauf und lösten das Finalticket. Eine große Last fiel von den Schultern.

1. The CORE Canottaggio Sabaudia (ITA) 2:46,31
2. GreenDragons (GER) 2:49,21
3. KfRG Rostocker Seebären (GER) 2:52,57
4. Ruhrpottboot (GER) 2:58,96
5. Dragonboat-Club Borken e.V. Bluedragons (GER) 3:08,15
6. Philippine Titans Dragon Boat Team (PHI) 3:22,97

Kurze Regeneration. An Zeit mangelte es nicht. Das zum Mittag angesetzte Finale, zum orakelten Wasserhöchststand, verspätete sich bis zum Nachmittag. 
Grund: Rennplanänderungen. 
Das Wasser befand sich mittlerweile wieder auf dem geordneten Rückzug, was eine Vermutung zur Gewissheit werden ließ.
"Das Rennen wird sehr schmerzhaft." 
Die Setzregeln schanzten uns die verhasste Bahn 1 zu. Doch all das war nicht ansatzweise Grund zur Kapitulation. Es war und ist unser Anspruch den Rahmenbedingungen zu trotzen und das größtmögliche Ausrufezeichen zu setzen. Wir hatten bereits zu viel investiert und auf uns genommen, um in genau diesem Rennen an den Start zu gehen. Motiviert bis in die Haarspitzen wollten wir mit dem perfekten Start auf die Strecke preschen und von der Spitze des Feldes die Kontrolle ausüben. Dies gelang uns auch, jedoch nur für kurze Zeit. Nach knapp 100m
knallten wir auf die Sanbank Nummer 1. Im Video ist schön dokumentiert, wie uns unerklärlicherweise alle gegnerischen Boote stehen ließen. Dieses Prozedere wiederholte sich noch
1-2 mal, sodass wir nach großem Kampf mit dem sechsten Rang abschlossen. Nachdem wir 1/5 der Strecke geführt hatten, stand final ein Rückstand von gut 13 Sekunden auf den Sieger aus der Ukraine auf der Uhr. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

1. (6.) Малая флотилия - Mala Flotylyia (UKR) 2:35,84
2. (5.) #GREENDRAGONS (GER) 2:39,42
3. (4.) OTAMAN (UKR) 2:40,20
4. (3.) The CORE Canottaggio Sabaudia (ITA) 2:43,92
5. (2.) Telekom-Rubin LapáTolók Sárkányhajó Csapat Dragonboat Team(HUN) 2:47,50
6. (1.) KFRG Rostocker Seebären (GER) 2:48,19

Nun fasst diesen Abschnitt des Berichts bitte nicht als Entschuldigung oder Gejammer auf. Ein Platz 6 bei einer WM ist beachtlich und wirklich gut, aber leider mussten wir feststellen, dass die Wettkampfstrecke vor den Toren Venedigs alles andere als "Faire Bedingungen" bereit hielt und diesen Beigeschmack kann man nicht so einfach schlucken. Das ist jedoch Sport und trotz der Enttäuschung gratulierten wir den Siegerteams aufrichtig. Unser Ziel konnte nur sein, das Ergebnis auf den 200m zu richten und auf dieser Strecke zu explodieren, denn Vorlaufzeit und Starts versprachen sehr viel mehr als einen Rang 6.

   
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