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Geht es um Bescheidenheit und Besonnenheit ist man im herben Rostock genau an der richtigen Adresse. Hier ticken die Uhren etwas anders. In der Ruhe liegt die Kraft, mal n büschn klönen, ohne dass man sich gleich den Mund fusselig redet und dazu n Lütten in de dröge Kehl. Das hat Charakter - so kann man es aushalten. Einmal im Jahr jedoch, da werden sie hier ganz wild. Dann kommt Besuch in die Hansestadt. Im September ist nämlich Herbstrace bei den Kanufreunden Rostocker Greif e.V. . Die kleene aber proppere Verantstaltung ist über die Jahre zu einer Institution und festen Größe in der regionalen Drachenbootszene geworden und lockt zunehmend auch Gäste aus anderen Landesteilen. Konnten wir in den letzten Jahren Teams aus Hamburg, Machdeburch und Fürstenwalde begrüßen, gab in diesem ein hässliches Dresdner Paddelkombinat seinen Einstand. Da kiekste nicht schlecht.

Für die Rostocker Seebären, die seit fast zwei Jahren am KfRG beheimatet sind, ist dieser Wettkampf auch etwas ganz besonderes. Wurden doch dort die ersten Siege gefeiert und ein Teamgeist entwickelt, der heute ganz elementar für unsere Truppe ist. Nun ging es zur diesjährigen Auflage jedoch nicht nur darum, Sport zu treiben und Rennen zu gewinnen. Nein! Als aktiver Teil des Vereins hieß es ranklotzen und mitzuhelfen, dieser Veranstaltung ihren gewohnt heimelichen und familiären Charme zu verleihen. Neben der Organisation, für die wir unserem Vereinsvorstand herzlich danken, galt es auch, das Gelände zu präparieren. Zwei Tage vor Beginn herrschte bereits buntes Treiben und allerhand Aufgaben wurden delegiert und erledigt. Jedem, der schon mal an der Ausrichtung einer ähnlichen Veranstaltung beteiligt war, ist klar, was das bedeutet. Lange Rede kurzer Sinn - es gelang bis zum Samstagmorgen alles auf Stand zu bringen. Die Strecke ausgetonnt, der Steg mit Personal und Booten versehen, die Zeit- und Infotechnik bereit, Entertainment und Verpflegung auf Ohren und Magen gerichtet. So schien alles bereitet für den entspannten Teil des Tages. Gemütliches und nicht allzu verbissenes Drachenbootfahren mit vielen Freunden bei bestem Wetter und guter Laune. Ein gebührender Saisonabschluss halt.

Zum sportlichen Teil sei gesagt, dass die Zielsetzung, trotzdessen ein Großteil der Teamkameraden Stegdienst leistete, Getränke ausschenkte, steuerte bzw. Aushilfspaddeltätigkeiten verrichtete, ein Sieg auf der 270 m- und der 1000 m-Nachtstrecke sein sollte. Diesem Vorhaben kamen die Seebären in ihrem Vorlauf dann auch nach. Gegen die alten Bekannten der "SVB De Pierknüppel" konnte auf der engen Strecke eine Sekunde Vorsprung herausgearbeitet werden. Im Zwischenlauf gelang dann die vorläufige Tagesbestzeit mit 1:03,84min gegen die "Arabros Jugend" aus Greifswald, die sich nie von den Senioren einschüchtern lässt und immer klasse Sport abliefert. Außerdem am Start die "TRW Airbag Dragons" aus Laage. Damit war das Halbfinale gebucht, das am Nachmittag aufs Wasser ging und ein erwartet harter Brocken wurde. Eingerahmt von den "SCN Icebreakern" aus Neubrandenburg und dem "Radau-Dampfer" aus Güstrow mussten wir bis ins Ziel fighten. Die Zangentaktik der bedrohlich nah kommenden Gegner funktionierte und es wurde ein sehr kraftraubender Lauf. Am Ende gelang es jedoch, einen hauchdünnen Vorsprung ins Ziel zu retten. Glück gehabt!

Im Finale musste der Schalter nochmal umgelegt werden, das war klar wie Kloßbrühe, jedoch bei der ständigen Fokussierung auf andere Tätigkeiten zwischen den Läufen gar nicht so einfach. Unsere Freunde und Rostocker Konkurrenten der "SVB Blue Bulls" haben ihr Halbfinale nämlich mit einer sehr guten Zeit beendet und sich damit die Mittelbahn verdient. Zudem im Finale dabei die "RGapBP" aus Güstrow. Beim Einschwimmen herrschte dann allerdings die erhoffte Spannung. Das Boot stand unter Strom. So konnte schließlich auch ein sehr gehaltvoller Schlag auf die Warnow gezimmert werden, der uns mit neuer, deutlich verbesserter, Tagesbestzeit auf Rang eins vor die "Blue Bulls" katapultierte. Bei der Siegerehrung wurde jedoch nur verhalten gefeiert, denn unmittelbar danach ging es bereits auf die 1000m Nachtstrecke.

In der Dämmerung lag vor uns die ruhige Warnow auf einer 1 km langen mit leuchtenden Fixpunkten markierten Wende. Hinter uns fünf Drachenboote, die im Zielbereich der Wassersportanlage darauf warteten, im Abstand von 30 Sekunden auf unsere Verfolgung zu gehen. Den fliegenden Start leidlich getroffen, peitschten wir auf unser Heimrevier. In der Dunkelheit fährt man nur bedingt auf Sicht, auch wenn alle Paddler ein Leuchtstoffröhrchen am Führungsarm befestigt hatten. Bei einem moderaten Schlag fühlte sich das Rennen recht druckvoll an, auch wenn höchstwahrscheinlich die letzte Bissigkeit fehlte. Zur Siegerehrung wurde es dann sehr spannend. Unserer handgestoppten Zeit war nicht zu trauen und so verließen wir uns auf Peter, der die Veranstaltung wieder klasse moderierte. Rang drei ging an die "Pneumant Dragons" aus Fürstenwalde, während die "Rostocker Seebären" auf Rang zwei landeten. Dabei hatten sie einen Rückstand von nur zwei Zehntel auf die grandiosen "Blue Bulls", die ihr Glück gar nicht recht fassen konnten. Sie feierten ihren Sieg derartig ausgelassen, dass gar keine Chance aufkam sich wegen der Knappheit des Rennausganges zu grämen. Seit Jahren kratzten sie am Podest und in diesem Jahr fiel Rang zwei auf den 270 m und Rang eins auf der Nachtstrecke herunter. Wir gratulieren herzlichst zu diesem gut aufgeteiltem Podium. Ihr habt es euch redlich verdient.

Der Abend wurde nun bei Musik, Tanz und netten Gesprächen in ausgelassener Bierlaune zelebriert. Genau so sollte ein Saisonabschluss gefeiert werden. Igendwann erloschen die Lichter und es kehrte wieder Ruhe und Besonnenheit ein bei den gelassenen Rostockern. Es war für alle ein anstrengendes aber auch erfüllendes Wochenende. So stellt man sich Vereinsarbeit vor. Gemeinsam wirken, um vielen Menschen einen schönen Tag zu bereiten. Im Dezember werden die Rostocker beim Nikolauspokal nochmal dem nahendem Winter trotzen. Meldet eure Teams also gerne zum einzig wahren Abpaddeln an.

Bis dahin – Lat man loopen! Eure Seebären von den Kanufreunden Rostock.

   

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