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Heutzutage eher eine Aufgabe als eine Jahreszeit. Der Winter ist einfach nicht mehr das, was er einmal war. Schnee gibt es nur noch selten. Dafür ist es die meiste Zeit sehr nass, kalt und dunkel. Selbst Napoleon, der kleine Franzose, sagte über das Land der Deutschen, dass es kein Winter und den Rest des Jahres auch kein Sommer sei. Ich denke, was er damit ausdrücken wollte, ist ganz simpel: Der Winter ist zum Drachenbootfahren da. Cleverer kleiner Korse.

Wie den einführenden Worten zu entnehmen ist, wird und wurde in der dunklen Jahreszeit trainiert bei den Seebären aus Rostock. Das geht auch bei Kälte, Nässe und Dunkelheit. Nur hat die Sache einen Haken. Es finden kaum Regatten statt. Doch wie die meisten von euch wissen, ist der Sportler nicht dumm und sucht sich eine Ausweichmöglichkeit. In unserem Falle: Indoor-Wettkämpfe! Ihr wisst schon. Ein Schwimmbecken, ein Drachenboot und Paddler, die ihre Schubkräfte messen wollen. Klingt aufregend, ist es natürlich auch.

Da es im Winter 14/15 zu einer Reihe struktureller, personeller und organisatorischer Veränderungen kam, deren Ausführung den gegebenen Rahmen sprengen würde, konnten keine regelmäßigen Artikel erscheinen. Hier der Versuch einer Zusammenfassung des Wettkampfwinters der Seebären.

 

Bereits am 13.12.2014 startete die Indoor-Saison beim 7. Greifswalder Indoor-Cup, ausgerichtet von den Sportfreunden der Greifendrachen des HSG Universität Greifswald e. V. Die Rostocker Seebären stellten je ein Boot in den drei Klassen (Open, Ladies und Mixed). Eine Menge spannender Läufe sollte den Tag prägen. Unsere Damen konnten sich nach intensiven Rennen gegen die Ladykracher aus Schwerin und die Black Pearls durchsetzen und belegten schlussendlich den 1. Rang unter sieben Teams. Die Freude auf Seiten unserer Ladies war entsprechend groß, bedeutete es doch den ersten Triumph über die Kracher überhaupt. Das Open-Boot, das bei den Rostockern traditionell über die Dauer des Rennens kommt als über die pure Kraft, sah sich einer starken Konkurrenz ausgesetzt. Neun Mannschaften kämpften um die Podestplatzierungen. Namen wie Polski Smok, Pommernexpress, Schwarzfahrer und Arabros sind durchaus bekannt für ein paar kräftige Recken in ihren Reihen. Im Halbfinale mussten sich die Seebären-Männer schließlich den Pommern geschlagen geben. Im kleinen Finale konnten dann aber die Schwarzfahrer auf Rang vier verwiesen werden. Der Sieg ging an die polnischen Paddelfreunde von Polski Smok, die den Barther Pommernexpress zur Vollbremsung zwangen. Besonderes Interesse galt nun dem Mixed-Boot. Denn für diese Klasse hatte auch ein gegnerisches Team gemeldet, das uns wohl bekannt war. Gleichsam beliebt und berüchtigt standen die Zoo-Center Dragons aus Fürstenwalde im Wege zum Spitzenplatz. Das Los sorgte dafür, dass beide Teams im Halbfinale aufeinander treffen sollten. Nach einem bombastischen Fight konnten die Seebären jubeln. An diesem Tag konnte ja noch nicht abgesehen werden, dass sich das Team aus Fürstenwalde zu den Indoor-Spezialisten der Saison entwickeln sollte. Ungeschlagen auf allen Events. Nun ja…fast. Im Finale konnte das ebenfalls starke Team der Wikinger aus Schwerin bezwungen werden.
 

Fazit des Tages: 

 Ladies ...  Rang 1
   Open ...  Rang 3
   Mixed ...  Rang 1
 

Weitere Rennergebnisse und Bilder

Der nächste Indoor-Cup fand am 10.01.2015 in der Rostocker Neptun-Schwimmhalle statt. Ein Spektakel mit überregionaler Beteiligung und nicht zuletzt ein Heimspiel. Wiederum konnten drei Bootsbesatzungen (Ladies, Open, Mixed) an den Start gebracht werden. Alle konnten sich dabei ansehnlich aus der Affäre ziehen. Das Open-Boot kam mit einem Sieg über die Schiffsversenker und einer bösen Klatsche gegen die Lucky Punch aus Lübeck in den Zwischenlauf. Hier trafen wir erneut auf die Lübecker Sportfreunde. In diesem Rennen ging es einzig und allein um die Rehabilitierung, da die Vorlaufniederlage sehr deutlich ausgefallen war. Dann brach der Krieg los. Schlag um Schlag brachten die Luckies das Boot zu ihrem Vorteil voran. Einen Tick vor der Zielmarkierung jedoch stoppte das Drachenboot. Mit purem Kampfgeist überraschten die Seebären die Gegner und katapultierten sich zurück ins Geschehen und zum spektakulären Sieg mit Kenterung. Ein Wahnsinn! Am Ende jedoch bedeutete der Sieg sowohl für den Lucky Punch als auch für die Seebären das Aus. Lediglich die drei Zwischenläufe mit der schnellsten Siegerzeit qualifizierten sich für das Halbfinale. Die Zeit von einer glatten Minute genügte leider nicht. Ärgerlich, doch so entschied der Modus. Am Ende reichte dieser Kampf für Rang sechs. Der Sieg ging an die Machdeburjer vor den Blues Brothers aus Schwerin und den jungen Wilden von „Das Brot“.

Im Mixed-Feld starteten die Seebären deutlich besser in den Wettkampf. Siege über die Designer-Drachen und die Schweriner Baulöwen lösten das Ticket zur Zwischenrunde. Dort bot die Partyflotte einen harten Kampf, der ganze 53 Sekunden andauerte. Im Viertelfinale konnte „Mein Team“ in knappen 37 Sekunden eliminiert werden, ehe dann im Halbfinale gegen die Totenkopfbande in 20 Sekunden der Ofen gelöscht wurde. Motivation lieferte die Aussicht auf Rang drei gegen die jungen Kanuten von „Mein Brot“. Dieser Lauf wäre sein Eintrittsgeld wert gewesen ;) Satte 3:11min beharkten und bekämpften sich die Paddler beider Teams. Die Brote hielten sich mindestens eine unfassbare Minute nur wenige Zentimeter vor der Niederlage, ehe sie zum Gegenschlag ausholten und unser Team zur Niederlage schoben. Doch dieser Lauf entschädigte für den vierten Rang. Darüber wird man immer mal wieder ein Wort verlieren können. Der Sieg in dieser Klasse ging erwartungsgemäß an die Zoo-Center Dragons aus Fürstenwalde vor der Totenkopfbande und dem Brot.

Den Höhepunkt lieferten jedoch unsere Damen. Mit einem bärenstarken Boot gingen sie in den Wettkampf Jeder-gegen-Jeden. Ähnlich dem Greifswalder Rennen konnten sie sich in 1:07min gegen die Ladykracher durchsetzen. Psychologisch durchaus nicht einfach im ersten Lauf gegen den stärksten Konkurrenten zu fahren, erledigten die Mädels diese Aufgabe jedoch mit Kampfgeist und einem sauberen Ritt. Siege über die Partyflotte (48sek), die Wikinger (18sek) und die OSPA-Ladies (14sek) manifestierten diese Demonstration. Glückwunsch zu Rang eins vor den Ladykrachern und der Partyflotte.

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Ein besonderer Indoor-Cup stand am 17.01.2015 auf dem Programm. Der 6. ASC-Indoor-Cup Brandenburg lockte Teams aus dem ganzen Bundesland, Berlin und auch überregional. Die Besonderheit des Wettkampfes besteht in der zu überwindenden Schubdistanz in einem 50m-Becken. Leider liegen keine Ergebnislisten vor, sodass lediglich die Aussage getroffen werden kann, dass die Seebären mit einem Rumpfteam im Sport-Cup auf Rang drei fuhren, gleichbedeutend mit Rang elf in der Gesamtwertung.

 Weiter ging es am 15.02.2015 zum 4. Itzehoer Indoor-Cup, der vom Itzehoer Wasser-Wanderer e. V. ausgetragen wurde. Nach jeweiligen Platzierungen auf Rang zwei in den beiden vorangegangenen Auflagen sollte endlich der Sieg eingefahren werden. Durch eine starke Seebärenbeteiligung konnten zwei Mixed-Boote aufgestellt werden. Fairerweise muss angemerkt werden, dass der Indoor-Cup in Itzehoe von seiner Konzeption eher als Fun-Event zu bezeichnen ist. Allerdings meldeten unsere alten Freunde aus Fürstenwalde ebenfalls für diesen Wettkampf. In den vergangenen Wochen und Monaten hatten sich die Zoo-Center Dragons einen Ruf als das Indoor-Team der Saison erarbeitet. Wir waren mehr als nur gewarnt. Unsere Boote starteten in zwei Gruppen. Boot I wurde ganz klar unter dem Gesichtspunkt aufgestellt, den Sieg zu holen. Jedoch sollte auch das Boot II bei Weitem nicht chancenlos bleiben. Doch der Reihe nach.

Nachdem wir auf dem Gelände der Itzehoer Wasserwanderer genächtigt hatten, begann der Wettkampf am frühen Vormittag. Boot I sollte sich in 6sek gegen die SAT Filling Fighters, in 8sek gegen die Wasserschweine und in 7sek gegen Nobody II durchsetzen. Auch Team II machte in 24sek gegen „Die jungen Wilden“, in 22sek gegen die Steinburger Wassergräber und in 16sek gegen die PresseTurboEnten I kurzen Prozess. So weit, so gut. Leider bescherte der Modus das direkte Duell der Seebären bereits im Viertelfinale. Deutlich setzte sich Team I in 8sek durch. Dies bedeutete leider das Aus für Team II, denen bei mehr Losglück eine Menge mehr zuzutrauen gewesen wäre. Am Ende reichte es zu Rang fünf. Herzlichen Glückwunsch dazu. Team I traf im Halbfinale auf das Team Nobody I, das in 10sek beseitigt werden konnte. Im Finale kam es dann zu Showdown. Seebären gegen die Zoo-Centers. In einem fulminant-dominanten Rennen konnten die Fürstenwalder Sportfreunde in 28sek in ihre Grenzen verwiesen werden. Ein Grund zu großer Freude, da es uns zum zweiten Male in dieser Saison gelungen war einen Sieg gegen diesen respektablen Gegner einzufahren.     

Videozusammenfassung

Alle Ergebnisse

Zum Abschluss der Indoor-Saison ging es am 28.02.2015 dann noch einmal nach Neubrandenburg zum 6. neu.sw Indoor-Cup des Sportclub Neubrandenburg e. V. Ziel der Teilnahme war es, auch denjenigen eine Möglichkeit zum Wettkampf zu bieten, die in der Wintersaison aus beruflichen, studientechnischen oder anderen Gründen nicht an den bisherigen Veranstaltungen teilnehmen konnten. So stellten wir schließlich drei Boote (Ladies, Open, Mixed) in einem sehr starken Teilnehmerfeld auf. Dem Mangel an Ergebnislisten geschuldet, muss auch dieser Teilbeitrag auf das Wesentliche beschränkt erscheinen. 

Halten wir daher folgendes fest. In einem Modus von festen Gruppen gelang es dem Mixed-Boot nicht die Zwischenrunde zu erreichen. Nach einer kurzen und schmerzvollen Niederlage gegen die Zoo-Centers, die das Event für sich entscheiden sollten, so viel vorweggenommen, musste noch gegen die SCN Icebreaker, die Red Hot Chili Paeddler und das „Nackte Grauen“ bestanden werden. Im weiteren Verlauf duellierten sich dann Teams wie die Blues Brothers,  die Borussen Drachen, oder Dragon One mit den Fürstenwaldern. Die Leistung langte schlussendlich zu einem siebten Rang aus 14 Teams. Ähnlich erging es auch dem Boot der Ladies. Platz sieben nach einer Vorrunde gegen die Icebreaker, die Blues Sisters, Paddelmiezen und die SOS -Paddler. Zehn Damenboote hatten gemeldet. Am besten konnte, unverhofft, das Open-Boot abschneiden, das sich in der Vorrunde gegen das „Nackte Grauen“, die Schweriner Baulöwen und die SOS-Paddler behaupten konnte. Im weiteren Verlauf tummelten sich noch Teams wie die Borussen, Dragon One und Polski Smok im Turnier. Kurz und gut. Am Ende gelang es Rang vier unter den 12 teilnehmenden Booten einzufahren.

Fazit:

Der Winter bleibt eine Aufgabe im Drachenbootsport und keine Jahreszeit. Zum Glück bieten eine Menge Vereine den Sportlern den Ausgleich zum eintönigen Trainingsalltag. An dieser Stelle ist ausdrücklich allen Veranstaltern für die Mühen zu danken, die eine solche Ausrichtung bereitet. Unterkünfte, Hallenmiete, Organisation, Durchführung, Verpflegung! All das wird in der Regel von Ehrenamtlern gestemmt. Der Lohn sind tolle Rennen und glückliche Gesichter. Da macht der Dienst am Menschen Sinn und Freude.
Sportlich können auch wir mit der vergangenen Hallensaison sehr zufrieden sein. Zwei Titel der Damen in Greifswald und Rostock. Zwei Titel im Mixed in Greifswald und Itzehoe ein dritter Rang im Open, ebenfalls in Greifswald. Zudem eine Menge sehr guter Platzierungen in starken Teilnehmerfeldern und eine Menge Spaß, Kampf und Erfahrungen.
In diesem Sinne: Winter adé! Auf in die Outdoorvorbereitung.

   

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